Verfahren
C.G. Jung
„Bis das Unbewusste bewusst wird, wird es das Leben steuern und wir werden es Schicksal nennen.“
Hypnotherapie nach Milton Erickson
Hypnotherapie ist eine Therapieform, die Zugang zu implizitem, also unbewusstem Wissen ermöglicht. Im Unbewussten steht alles, was wir je erlebt haben, jede Fähigkeit, die uns geholfen hat, jede Erklärung zu einer inneren Frage als Wissen zur Verfügung. So betrachtet macht es durchaus Sinn, dass unsere innere Organisation bis zu 90 Prozent alle Verhaltensweisen auf Basis von unbewussten Auswertungen steuert. Um sich diesem Wissen zuzuwenden, ist es wichtig, dass das kritisch-rationale Denken in den Hintergrund tritt. Hypnotherapie arbeitet dafür mit Alltagsphänomenen – der fokussierten Aufmerksamkeit und dem inneren Erleben unabhängig von Zeit und Raum. In dieser natürlichen, therapeutisch angeleiteten Fokussierung, die sich sowohl in einer Trance wie auch in einem tranceorientierten Gespräch zeigen kann, werden Zusammenhänge und mit ihnen neue Lösungen zugänglich.
Anteilearbeit
Unsere Persönlichkeit ist kein starres Konstrukt, sondern ein lebendiger Zusammenschluss unterschiedlicher Facetten. Diese Seiten oder Anteile haben sich im Laufe unseres Lebens entwickelt und sich anhand wiederholender Erfahrungen ausgestaltet. Es ist wie ein inneres System, dessen Mitglieder ganz eigene Geschichten, Anliegen, Aufgaben, Körperempfindungen und Gefühlsmuster haben. Manche Seiten sind uns bewusst, andere weniger. Manche Anteile ziehen am gleichen Strang, andere sind in einem ständigen Zweispalt. Sich hier kennenzulernen und für ein ausgewogenes „Miteinander“ zu sorgen, ist essenziell, um das Leben mit sich selbst und anderen gut zu gestalten. In meiner Arbeit entwickle ich die Anteilearbeit aus der Ego-State-Therapie sowie dem Seitenmodell der Hypnosystemik nach Gunther Schmidt.
Bindungstherapie
Bindung ist instinkthaft in Menschen angelegt, da unser Überleben davon abhängt. Bindung ist in der menschlichen Natur also weniger eine emotionale Entscheidung als ein biologischer Imperativ. Gleichzeitig strebt der Mensch nach Autonomie und will ein selbstständig wirksames „Ich“ sein. Was wir über das Zusammenspiel von Bindung und Autonomie lernen, wird uns prägen. Viele Menschen machen am Anfang und auch übers Leben hinweg ungünstige Bindungserfahrungen. Um sich vor den damit verbundenen Verletzungen zu schützen, werden Bindungsstrategien entwickeln, die oft echte Nähe nicht zulassen. An diesem Punkt hat jeder seine ganz eigene Geschichte. Bindungstherapie versucht sie zu erfassen, alte Prägungen zu integrieren und einer neuen, konstruktiven Bindungsgestaltung Raum zu geben. Denn ein stabiles „Ich“ kann gute Beziehungen eingehen – zu sich selbst und zu anderen. Es kann unterscheiden zwischen Ich/Du/Wir, Sehnsucht und Wunsch, Authentizität und Strategie, Liebe und Begierde, Bedürfnis und Bedürftigkeit, Früher und Heute. Autonomie und Zugehörigkeit sind kein „entweder oder“, sondern zwei Seiten eines guten Lebens.
Traumaarbeit
Trauma steht griechisch für Wunde und beschreibt seelische Belastungen, die die Bewältigungsmöglichkeiten eines Menschen tiefgreifend und andauernd überfordert haben. Die oft wiederholt erlebte, seelische Wunde wirkt unversorgt weiter, beeinflusst den emotionalen Alltag stark und belastet das Sein. Mein Schwerpunkt ist die Arbeit an Bindungstraumatas und deren Auswirkung auf unterschiedliche Lebensbereiche. In diesem Vorgehen orientiere ich mich an den neuesten Erkenntnissen der Psychotraumatologie, der Ego-State-Therapie und in diesem Kontext an Aspekten der Polyvagaltheorie nach Stephen Porges. Das zentrale Anliegen der Traumaarbeit ist es, von einem gefühlten „Überleben“ zurück ins „Leben“ zu finden und sich ganzheitlich in einer neuen, kraftvollen Lebensqualität auszurichten.
Die Verfahren, die ich im Rahmen des therapeutischen Coachings anwende, dienen der persönlichen Weiterentwicklung. Bei allen Potentialen und Möglichkeiten, die in dieser Art der Veränderungsarbeit liegen, hat sie ihre Grenzen. Sollte es sich zeigen, dass eine weitere Entwicklung nur im psychotherapeutischen Setting (z.B. Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie, Traumatherapie) verantwortlich wäre, werde ich entsprechend darauf hinweisen und – wenn gewünscht – einen Übergang begleiten.